In Ear Monitoring Hörer

DIY In Ear Monitoring Hörer

Selbstbau von In Ear Monitoring Hörern mit selbst gewählten Treibern.

Motivation

Nachdem mir mitgeteilt wurde, dass ich beruflich über einen längeren Zeitraum auf Reisen gehen müsse und mir bereits bei längeren Reisen zuvor mit dem Zug meine Ohren von den „normalen“ In-Ear Kopfhörern weh getan haben ist die Entscheidung für angepasste In-Ear Kopfhörer gefallen.
Da ich zu diesem Zeitpunkt auch recht wenig Zeit hatte und auch keine Ahnung davon, wie angepasste In-Ears hergestellt werden, entschied ich mich für eine Kauflösung.
Leider war diese Entscheidung nicht die Beste, denn die erhaltenen Hörer saßen nicht wie gewünscht und drückten nach kürzester Zeit an der Ohrmuschel. Auch mehrmaliges Nachbessern brachte keine Besserung sonder wurde eher noch schlimmer.
Wie komme ich jetzt ohne wieder viel Zeit zu investieren und unnötig Geld in die Hand zu nehmen zu brauchbaren Hörern für die langen Fahrten? ... Eigenbau!

Planung

Bei der weiteren Recherche, wie und ob es möglich ist Hörer selbst zu bauen bin ich auf ein YouTube Video von „Robert Kaufmann“ gestoßen, in dem er erklärt, wie man mit Hilfe von UV härtenden Acryl eigene In Ear Monitore herstellen kann. Auch eine erste Überschlagsrechnung war relativ positiv, so dass sich ein Eigenbau (Erfolg vorausgesetzt) im Vergleich zu fertigen Hörern mit vergleichbaren Treibern durchaus lohnen würde.
Zudem könnte man sich neben der In-Ear Hörer sogar Gehörschutz (leider können wir diesen nicht prüfen) für laute Parties o.ä. herstellen.
Die Voraussetzung für den Eigenbau ist natürlich ein Abdruck der Ohren. Glücklicherweise hatte ich in weiser Voraussicht meine für die Herstellung angefertigten Abdrücke mit den Hörer zurück senden lassen, so dass ich diese nun für die Eigenbauhörer nutzen kann.

Die Umsetzung (Prototyp)

Bevor die ersten Versuche beginnen konnten, musste ich erstmal ein wenig Material besorgen. Also bestellte ich zunächst:

  • UV Gerät
  • Dubliersilikon
  • UV härtendes Acryl (medizinisch)
  • Tauchwachs
  • Werkzeug (z.B. Bohrer für die Acrylformen)

Außerdem eine Cremedose aus der Apotheke - nur vorher nochmal messen, welchen Durchmesser ich für die Abdrücke benötige. Als Grundlage für einen ersten Versuch sollte ein Paar „KZ ZST“ dienen die über eine Hybird Treibereinheit (Dynamic + BA) verfügen.

1. Schritt
Zunächst ließ ich den Tauchwachs in einem alten Marmeladenglas im heißen Wasserbad (ggf. mehrmals Wasser erneuern) langsam flüssig werden (Bild links). In der Zeit bastelte ich mich ein Gestell, auf dem ich den Abdruck anschließend in den flüssigen Wachs tauchen konnte, ohne dabei wichtige stellen des Abdrucks zu verdecken (Bild rechts).

2. Schritt
Die nun getauchten Abdrücke in die aufgesägte Cremedose stellen bzw. auf dem Deckel festkleben/fixieren. Jetzt habe ich das Dubliersilikon nach Herstellerangabe angemischt (möglichst blasenfrei) und vorsichtig auf den Abdruck in die Cremedose gegossen. Nun das ganze richtig durchtrocknen lassen und den Abdruck aus dem Silikon entfernen.

3. Schritt
Der interessanteste Teil kommt jetzt; die Silikonform wird mit dem UV härtenden Acryl aufgefüllt und mit einem Stück Blech abgedeckt, damit die UV Strahlung nicht die ganze Form durchtrocknet und 2-2,5 Minuten (idealerweise drehend) in dem UV Gerät bestrahlt. Anschließend die Form heraus nehmen und das überschüssige (noch flüssige) Acryl abkippen. Nun solltet ihr ein schönen hohles Gehäuse für eure Hörer haben.

4. Schritt
Nun den Unterteil auf das gewünschte Maß gerade schleifen.

5. Schritt
Jetzt habe ich noch das Loch für den Schallschlauch gebohrt, die Treiber an dem Schlauch befestigt und das ganze in dem Gehäuse platziert. Anschließend mit ein wenig des vorher abgekippten Acryl aufgefüllt und (so dachte ich) ausbelichten lassen.

6. Schritt
Noch die Kappe drauf und Fertig! Einmal Testen und auf ewig freuen! - Zumindest dachte ich das.
Jedoch ging die Rechnung nicht auf, so dass trotz teilweise > 1h Nachbelichtung das im 3. Schritt zur Treiberfixierung aufgefüllte Acryl wohl noch flüssig war und sich irgendwie den Weg in die Treiber bzw. den Schallschlauch gebahnt hat :(.

Wie ging es weiter?

Undokumentiert begann ich einen neuen Versuch mit den Silikonformen vom ersten Versuch. Leider ist der zweite Versuch (vielleicht auch aus Zeitmangel) nicht so schön geworden wie der erste Prototyp und auch klanglich nicht so schon. Aktuell verwende ich zwar meine im zweiten Versuch hergestellten Hörer (mit EQ um die Treiber ein wenig auszugleichen), werde jedoch in nächster Zeit noch einen weiteren Versuch wagen mit deutlich teureren und besseren Treibern. Wenn es soweit ist, werde ich auch diesen Artikel ergänzen ;)