Konzept: mittelalterliches Ritterzelt

Konzept: mittelalterliches Ritterzelt

Konzept für den Eigenbau eines mittelalterlichen Ritterzeltes

Motivation

Nachdem ich von dem Wunsch einer Bekannten Wind bekommen habe ein solches Ritterzelt haben zu wollen und feststellte, dass diese Zelte eigentlich recht einfach im Aufbau sind aber dennoch mit Preisen ab 800 Euro zu Buche schlagen war mir klar, dass mir das ganze (zumindest zum jetzigen Zeitpunkt) noch nicht Wert ist und ich mich weiter umschauen müsste. Also suchte ich Kreuz und Quer nach alternativen und günstigeren Lösungen - leider erfolglos: selbst gebrauchte Zelte - wenn man sie überhaupt bekommt - sind kaum günstiger als neue. Also blieb nur noch eins: Eigenbau! Doch wie fängt man am Besten an: Na klar! Mit der Planung!

Die Planung

Bevor es ins Detail geht musste ich mir erstmal überlegen, was das zu bauende Zelt eigentlich ausmachen soll:

  • Grundfläche: ca. 4m x 4m
  • Seitenhöhe: ca. 2m - 2,1m
  • Stützen: 12 (ggf. +2 Vorzelt) Holzstützen, Transportmaß ca. 1m
  • Hauptstütze: 3,5m - 4m Hoch aus Holz ebenfalls Tansportmaß ca. 1m
  • Dachschräge: zwischen 35° und 45° (je nach Höhe der Hauptstütze)
  • Aufbau: Abspannen über die Stützen
  • Ösen im Dach zum fixieren der Stützen
  • Ösen im Dach und Seitenwand zum Verbunden untereinander

Nachdem nun die Eckdaten soweit gesetzt sind geht es einen Schritt weiter. Welches Material eignet sich für was und wie setzt man es ein um das gewünschte Ergebnis zu erzielen?

  • Ständer:
    Die Zelte die man kaufen kann führen diese Ständer meist als Fichte/Tanne Rundholz mit einem Durchmesser von 40mm aus. Doch wenn ich dieses übernehme, muss ich um das gewünschte Transportmaß zu erhalten zwei 1 Meter Stücke verbinden, was bei 40mm Rundholz quasi nur durch ein Rundrohr von außen geht. Als Alternative habe ich mir überlegt ein handelsübliches Kantholz 60x60mm zu verwenden, welches für ca. 1,30/m in jedem Baumarkt erhältlich sein sollte. Das Material Fi/Ta ist das selbe wie bei den runden Ständern, nur habe ich jetzt mehr Fläche, um zwei 1 Meter Stücken dieses Kantholzes innen miteinander zu verbinden.
    Nach reichlicher Überlegung habe ich mich dafür entschieden in den Stoßflächen beider Stücke 4 Löcher (z.B. 9mm / 10mm) - angeordnet wie die 4 Augen auf einem Würfel - zu Bohren und dort einseitig eine Gewindestange, die es recht Kostengünstig im Baumarkt gibt, einzudrehen und die andere Seite verhältnismäßig locker zu stecken. Sollte das ganze doch nicht wie gedacht halten kann man zur Stabilisierung noch immer ein Quadrahtrohr oder einfache Bleche um die Stoßkante anordnen.
    An der Spitze würde ich ebenfalls ein Stück Gewindestange oder alternativ Rundstab einschrauben bzw. einleimen, der dann in die Öse des Daches greift, jedoch zwischen Ständeroberkante und Stoff noch eine abgerundete Spitze zum Schutz des Daches drucken. Ebenfalls könnte man an der Erdseite der Ständer eine Schutzkappe anbringen und bei bedarf mit Spikes zum besseren Halt auf dem Boden ausstatten.
  • Hauptständer:
    Hier soll vom Konzept her ähnlich den normalen Ständern gearbeitet werden. Normalerweise sollte die Last des Daches nur von Oben wirken, so dass das Steckkonzept durchaus umsetzbar ist. Jedoch würde ich prüfen, ob hier 60x60mm noch ausreichend ist (die originalen Rundholtständer sind 55mm im Durchmesser) oder ob auf 80x80mm - was durchaus stabiler aber auch schwerer ist - zurück gegriffen werden muss. Die Aufwührung der oberen, dachberührenden Schnittkante sowei der erdberührenden Schnittkante sollte analog zu den anderen Ständern erfolgen.
  • Dach:
    Das wichtigste am Dach ist: es muss auch bei Regen dicht sein, denn niemand möchte gerne im tropfenden Zelt sitzen oder gar schlafen. Hier gibt es von der Stoffauswahl diverse Ideen angefangen von einfachen Nesselstoff welcher später dann imprägniert werden soll bis hin zu wasserabweisenden Spezialstoffen. Doch so unterschiedlich die Stoffe desto unterschiedlicher auch die Preise: sie reichen von wenigen Euro pro m² bis in die Beieche 15/20Euro pro m². Alleine die Dachfläche habe ich der Einfachheit halber erstmal nur mit 16m² gerechnet, was bei mittelpreisigen Stoffen um die 10Euro/m² schon 160Euro ausmachen würde - und dabei sind die Seitenwände und Vorzelt noch nicht mit eingerechnet.
    Der Stoff soll veräht werden (die meiste Stoffe haben nur eine Breite von ca. 150cm) und für den Hauptständer sowie die normalen Seitenständer jeweils eine Öse im Stoff angebracht werden um die Ständer an der Position zu fixieren. Um die Ösen muss beim Nähen drauf geachtet werden ggf. mehrer Lagen Stoff übereinander zu nähen um die Reiß/Zugfestigkeit an den Stellen zu erhöhen. Außerdem ist zu überlegen, in die interessanten Nähte des Daches oder auch um die Ösen herum Seile mit einzunähen und damit den Stoff zu entlasten und das Spannen zu erleichtern. Zudem könnte man sich überlegen die Ösen großzügig mit einer weitern Lage Stoff „abzudichten“.
  • Seitenwände:
    Die Seitenwände sollen ebenfalls aus Stoff gefertigt werden. Nur stellt sich die Frage, ob die Seitenwände aus dem selben Stoff wie das Dach hergestellt werden sollen? An den Seitenwänden sollte das Wasseraufkommen recht gering sein, was durchaus für einen nicht imprägnierten oder selbst zu imprägnierenden Stoff sprechen würde. Nur was macht das ganze optisch, wenn ich das Zelt aus zwei verschiedenen Stoffen fertige? Bei einer angenommenen Höhe von 2m und einer Länge von 4m Pro Seite sind das 8m² pro Seite, also 32m² für alle Seitenteile zusammen. Die Seitenteile sollten mit genügend Ösen - wie auch in dem Dachstoff selber aufgestattet sein, damit sie üben Bündig angebunden werden können. ggf kann man an dem unteren Rand noch Ösen zur Beschwerung oder Besetigung an den Ständern vorsehen.

Der Prototyp